Ratgeber: Jazzgitarrenamps

Ratgeber und Kaufberatung für Jazzgitarren-Verstärker

Jazzamps auf einen Blick:

  • Sound: nur clean, keine Verzerrung. Mittig, bassiger Sound
  • Verschidenste Amptypen (Transistor-, Röhren-, Akustikverstärker
  • Bauformen: fast nur Combos
  • Teuer
  • Vorteile: Sound
  • Nachteile: meist teuer

Was macht einen Jazzamp aus:

Um ehrlich zu sein, es gibt fast keine reinen Jazzamps mehr. In den 70ern gab es noch den Polytone, der DER Jazzamp schlechthin war.
Heute spielt man Jazz über verschidenste Amptypen, welche die Voraussetzungen für einen astreinen Jazzsound erfüllen.

Sound: Ein Jazzamp muss ultraclean sein, darf also nicht zum verzerren neigen. Hier fallen schon mal gefühlte 90% der Amps weg. Weiters muss er mittig, warm, weich (mellow) klingen, ohne spitze Höhen, sollte aber dennoch nicht mumpfen und sich gut im Bandgefüge durchsetzen können.

Röhrenamps:

Jazzgitarren-Verstärker Fender Hot Rod GB Vom Klang her sind Röhrenamps recht gut geeignet. Es ist aber gar nicht so leicht einen zu finden, der nicht zu früh zu zerren beginnt. Am besten du greifst hier zu einem Modell mit hoher Wattzahl. Nicht weil wir`s unbeding laut brauchen, sondern weil man dann nicht so leicht in die Zerrung kommt.

Empfehlungen:
  • Fender Hot Rod Deluxe George Benson: Ein Hot Rod Deluxe mit erweitertem Headroom, d.h. er bleibt lange clean und zerrt nicht so schnell. Ausgezeichneter Amp für daheim und die Bühne.

    Es gibt auch noch den großen Bruder, den Fender George Benson Twin Reverb, den ich aber auf Grund der hochen Wartungskosten für den Anfang nicht unbedingt empfehle (das Ding hat 10 Röhren!). Der Twin ist für die große Bühne gedacht, da er sehr laut ist.

Transistoramps:

Jazzgitarren-Verstärker DV Mark 12 Transistoramps kann man als Hersteller leichter als Jazzamp konzipieren, da man bei der Verzerrung mehr Kontrolle hat. Es gibt keine Röhren, die, wenn zu laut aufgedreht in die unerwünschte Zerrung gehen könnten. Wenn ein Transistoramp für cleanes Signal ausgelegt ist bleibt er auch 100% clean. Dafür gibt es da halt das altbekannte Transitorproblem der mangelnden Wärme, geringerer Dynamik und Druck. Trotzdem sind die meisten "reinen" Jazzamps Transistoramps. Hier hat sich also auch im Klang schon einiges verbessert.

Empfehlungen:
  • Schertler Charlie: Von Schertler kommt der geniale "Charlie". Dieser Amp ist einer der wenigen, die aussschliesßlich für Jazz konzipiert sind. Total runder, weicher Klang. Die 280 Watt sind eher als Headroom, um auf keinen Fall in die Übersteuerung zu kommen gedacht, denn die Lautstärke voll auszuschöpfen. Einer der allerbesten Jazzamps am Markt. Hat leider auch seinen Preis (ca € 1800,-)
  • DV Mark Jazz 212: DV Mark hat sich der Jazzszene angenommen und diesen 60W, 2 x 12" Speaker Amp auf den Markt gebracht. Der Amp ist für das kleine Geld recht ordentlich. Der Amp eigenet sich, dank seines zusätzlichen Kopfhörerausgangs sowohl für`s Wohnzimmer, und auf Grund seiner zwei 12" Speaker auch für die Bühne. Die eierlegende Wollmilchsau also.

Akustikamps:

Jazzgitarren-Verstärker AER Compact 60 Huch, wie kommen denn Akustikamps hier rein? Doch, du liest richtig. Vor einiger Zeit erschien auf der Website des berühmten Jazzgitarrenbauers Benedetto ein kleiner Tipp zur Verwendung des AER Compact 60 als Jazzamp.

Der AER Compact 60 ist ein Akustikamp mit Fullrange Speaker und Tweeter. Während in E-Gitarrenverstärkern die Lautsprecher nur bis maximal 7kHz übertragen, geht der AER über das gesamte hörbare Spektrum (ca 20Hz-20kHz), so wie normale HiFi-Lautsprecher.

Die Gitarrenwelt schrie auf und stellte sich höhenreiches Gefizzle vor. Doch als sich Heerschaften an Jazzgitarristen aufmachten, um das auszuprobieren staunten sie nicht schlecht. Astreiner Jazzsound! Dass Akustikamps netterweise kein bisschen zerren, liegt in der Natur der Sache. Da der Amp nun so populär ist, wurde leider auch sein Preis ziemlich in die Höhe geschraubt.

Empfehlungen:
  • AER Compact 60 III: Kleiner, leichter Amp. Sehr weicher mellow Jazzsound, ultraclean. 60 Watt reichen für die Bühne. Vielseitig im Jazz-und Akustikbereich einsetzbar. Zusätzlicher Mikrofoneingang mit wirklich feinem Mikroverstärker. 4 Effekte, gut klingender Hall, DI Out, Kopfhörer Out. Auch als kleine PA einsetzbar (da Fullrange Speaker).
  • AER Alpha: Der kleine Bruder des Compact 60. Der Alpha ist einkanalig und hat nur 40 Watt. Wer also keinen zweiten Eingang bzw Mikroeingang braucht und eher zu Hause spielt ist hier bestens und günstiger dran.

Fazit:

Jazzamps sind Amps verschiedenster Bauarten. Sie müssen auch laut noch ultraclean klingen, dürfen also nicht ungewollt verzerren und sollten einen weichen warmen, mittenbetonten Klang haben.

Am häufigsten verwendet werden der AER Compact 60 Akustikamp und diverse Fender Röhrenamps mit sehr cleanem Kanal. Immer wieder findet man am Gebrauchtmarkt noch die legendären Polytone Jazzamps. Hier kannst du bedenkenlos zuschalgen. Meine persönlichen Favoriten sind der AER Compact 60 und der Schertler Charlie.
Weitere Ratgeber: Jazzamps | Röhrenamps | Transistoramps | Modelingamps